Surprise Shopping mit Mellowball
März 2010 | Meinung von Redaktion | Neue Artikel per Mail erhalten
Wer kennt es nicht, dieses wunderbare Relikt deutscher Werbekunst aus den 90ern: Mama will sich auf dem Weg zum Supermarkt des Vertrauens begeben und die kleinen Bälger erflehen „Spannung, Spiel und Schokolade“. Genau – die Rede ist vom wunderbaren Überraschungsei. Irgendwann werden aus den kleinen Bälgern große und das Interesse an Schokolade erlahmt. Das an Spannung und Spaß hoffentlich nicht – zumindest nicht bei Sebastian Hettlage und Till Monshausen. Da nun scheinbar auch Glückskekse die entstandene Lücke nicht schließen konnten, hängten die beiden Münsteraner ihre Jobs an den Nagel und gründeten mit Mellowball.com die erste Plattform im Internet, die Überraschung und Shopping miteinander kombiniert.
Im Rückblick auf die letzten Jahre lassen sich zwei Dinge feststellen. Sowohl die Zahl derer, die online ihre Geschenke kaufen, als auch die Anzahl der dies bedienenden Verkaufplattformen sind enorm gestiegen. Schließlich ist es soooooooo bequem, vom heimischen Schreibtisch aus in den zumeist gut strukturierten Seiten nach passenden Produkten zu suchen. Aber als Käufer wird man so nun in keiner Form mehr überrascht. Man kauft was und wonach man sucht. Die Idee, die hinter Melowball.com steckt, ist nun eben die, dass der User sich vom Angebot inspirieren lässt. Jeden Tag gibt es neue Angebote und diese sind keineswegs wohlsortiert, sondern in einer Überraschungskugel, dem Mellowball, versteckt. Der User muss diese zunächst erst einmal schütteln und erhält erst dann per Zufallsprinzip ein bestimmtes Angebot von einem der teilnehmenden Partner. Gefällt es, dann nimmt er es. Gefällt es nicht, dann erschüttelt er sich sein neues Produktangebot. Ist heute nichts dabei, dann ja vielleicht morgen. Da Prinzip ist denkbar einfach und hat Potenzial zum Süchtigmachen, schließlich enthält die Kugel die besten Web-Angebote aus den verschiedensten Bereichen wie Design, Fashion, Technik, Unterhaltung oder auch Reisen. So findet man auf Mellowball.com zum Beispiel Bekleidung von Replay, s.Oliver oder Tom Tailor, Angebote von Neckermann oder technische Geräte von Herstellern wie Sony oder Apple.

Hat man sich nun sein neues Lieblingsstück „erschüttelt“, klickt man auf den Button „Take it“ und wird dann direkt auf den jeweiliger Online-Shop des jeweiligen Anbieters weitergeleitet. Diese haben den Vorteil, dass ihre Angebote exklusiv und vor allem auf einzigartige Weise präsentiert werden und der User sich möglicherweise auch hier länger aufhält und nach weiteren Angeboten stöbert.
Insgesamt also ein sehr spannendes Projekt, wenn auch gänzlich ungeeignet für jeden, der gezielt auf der Suche nach einen speziellen Produkt ist. Aber der Markt, der diese pragmatische Seite des Online-Shopping bedient, ist ja ohnehin bereits hinlänglich gesättigt. Und so richtet sich Mellowball primär an jene, die auf der Suche nach außergewöhnlichen Produkten und der inspirierenden Note des Shoppens sind, die man noch aus den fernen Tagen der Offline-Bummels kennt.
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