Revolution im Speiseeis-Reich
September 2009 | Meinung von Claudia Morgenstern | Neue Artikel per Mail erhaltenEiskrem. Mit diesem Begriff verbinde ich wohlige Erinnerungen an meine Kindheit: Sommerurlaube an der Ostsee, nostalgische Eiswagen mit dem unverwechselbaren Klingeling und aufgeklatschte Kugeln, die sich oftmals lieber dem Boden als meinem Magen opfern wollten. Eines haben all diese Momentaufnahmen gemeinsam – sie sind von sanfter Unschuld geprägt.
Aber die Zeiten ändern sich; Eiskrem avanciert nun von der Kalorien- zur Sexbombe. Das suggeriert zumindest die britischen Marke „The Icecreamists“. Lecker Eis ist nämlich nicht alles, was diese Rebellen zu bieten haben. Bewaffnet mit einer Website, die mit wortspielerischen Inhalten gespickt und in einem für die Eisindustrie eher unkonventionellen Glamour-Punk-Look gekleidet ist, wollen die “Icecreamists” eine eisige Revolution starten. Behaupten sie jedenfalls. Um ihre punkige Attitüde zu unterstreichen, bedienen sie sich typischer Elemente der Sex Pistols. Zum Beispiel an dem berühmten Cover der Debüt-Single „God save the Queen“, welches anno dazumal vom Künstler Jamie Reid kreiert wurde. Konsequent wurde der Single-Titel dann auch gleich für den Slogan adaptiert und in „God save the Cream“ abgewandelt. Ein witziges kleines Detail, wie ich finde.

Augenscheinlich sehen sich die „Icecreamists“ als die Revoluzzer der Eiskrembranche. Eine Nische, die es offensichtlich zu füllen galt. Ob das Eis diesem Anspruch gerecht wird, können wir hier in Deutschland leider (noch) nicht testen. Die Website rockt aber schon sehr – wenn man den Mix aus pink, schwarz und halbnackten Models mag. Damit hat die Eiskrem offiziell ihre Unschuld verloren und will ab jetzt lieber eine süße Sünde sein.


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