Die Welt ist ein Dorf…
Juli 2009 | Meinung von Anja Rettmann | Neue Artikel per Mail erhalten… heißt’s so schön. Dabei ist das so ein Quatsch. Was abseits der eigenen vier Wände - zumindest im weitesten Sinne - passiert, wissen wir oft nicht. Ob fehlende Neugier oder Zeitmangel, Realitätsflucht oder das Gefühl, genug eigene Probleme zu haben - die Gründe seien einmal dahingestellt. Schlimm ist nur, wenn das vielerorts verbreitete und vorherrschende Desinteresse für die Belange und Angelegenheiten anderer selbst auch niemanden interessiert. Egal wie rum, in einigen Fällen sind der Blick über den Tellerrand und das Bälleflachhalten bezüglich der eigenen Problemchen jedoch zwingend bis unbedingt erforderlich. Etwa dann, wenn es um die Lebenssituation der Menschen in Entwicklungsländern geht.
Um genau auf diese Thematik aufmerksam zu machen, haben die SOS-Kinderdörfer nun eine Online-Kampagne ins Leben gerufen, zu der das Webangebot Change her life gehört. Dort gibt es eine Reihe an Möglichkeiten, sich vor allem über eines zu informieren: Was kann man tun, um einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in entsprechenden Regionen zu leisten? Durch konzentrierte Informationen, Videomaterialien und weiterführende Hinweise bekommt man einen kurzen Einblick, wie wichtig Engagement ist und wie viel schon die kleinste Spende bezüglich medizinischer Hilfe oder Schulausbildung ausmachen kann.

Ein Lob gibt es unsererseits nicht nur für Idee und Initiative, sondern darüber hinaus für die wunderbare grafische Umsetzung der Website. Jeder, der sie sich zu Gemüte führen wird, wird hier ob der angenehmen Farblichkeit, der Konzentration auf das Wesentliche bei sinnvoll eingesetzten Flashinhalten beipflichten. Allerdings wird auch jeder den kaum schönzuredenden Wermutstropfen und Grund zum Naserümpfen entdecken: Herzstück der Website ist ein Spiel, das den möglichen Lebensweg eines Mädchen (natürlich den mit und ohne Spenden) nachempfindet. Nicht der fehlende Spielecharakter oder die ausbleibende Spannung sind hier das Problem, bei ernsthaftem Hintergrund muss hier nichts zum Totlachen sein. Allerdings sollte auch auf eine Holzhammermethode à la “Soll die 10-jährige lieber zur Schule gehen oder auf der Plantage arbeiten?” verzichtet werden. Dann lieber offensichtlich und offensiv den Zeigefinger heben, als das ganze als interaktives Spiel zu verkaufen.
(via Horizont)


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