Wunderweiber hier lang!
Juli 2009 | Meinung von Anja Rettmann | Neue Artikel per Mail erhalten
Das ist zuviel so kurz vorm Wochenende. Wenn ich ehrlich bin, reichen zwei Minuten Powerdurchklicken für folgenden gedanklichen Akt: Schublade auf, Wunderweib rein, Schublade zu. Erstens: Warum müssen mich die Almsick, die Ferres und die Neubauer von der Startseite angrinsen? Der allererste Eindruck, den eine Nutzerin bekommt, wenn sie zu dem neuen, alle Magazine bündelnden Frauenportal der Bauer Media Group gelangt, ist also: Soso, das sind also Wunderweiber. Naja.
Zweitens: Die hinter dem Startfeature versteckten weiteren so called Wunderweiber mit Promistatus und vor allem deren achso “So bin ich ganz privat”-Botschaften werden nicht ein Stück besser, respektive interessanter. Ja gut, außer vielleicht, dass Wolke Hegenbarth 30 Handtaschen besitzt, aber sonst?
Drittens: Es sticht die große, um nicht zu sagen wahnsinnige Themenvielfalt ins Auge: Da ist zwischen Frühstücks-Beautywundern, Promi-News und Serviettenbestick-Anleitungen so viel dabei, was die moderne Frau von heute scheinbar interessiert! Und nicht zu vergessen: Rezepte für Genießerinnen, dicht gefolgt von Abnehmtipps. Endlich mal etwas anderes als in den 30 Frauen-Zeitschriftentiteln des Unternehmens sowie den 500 sonst so auf dem Magazinmarkt erhältlichen. Aber gut, ist ja eine Bündelung, diese Portalgeschichte.
Viertens, und dieser Punkt setzt dem Ganzen die Klischeekrone auf: Eine Video-Glückwunschbotschaft von keinem geringeren als dem Frauenversteher schlechthin, Kai Pflaume, trällert mir entgegen! Wie gesagt, aber das ist einfach zu viel.
Gab ja in den letzten Tagen das eine oder andere Beispiel für unverstandene Satire medialer Formate (hier oder hier), deshalb hier eine deutliche Kennzeichnung nachfolgender Aussage als ebensolches Gespött (in diesem Fall der Meinungsbetonung ist das Stilmittel der Ironie gewählt): Was muss es toll als Wunderweib sein!!!


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