Tierische Community
Juli 2007 | Meinung von Annegret Freitag | Neue Artikel per Mail erhaltenWas wollen Nutzer von einer Community? Logisch - die üblichen Verdächtigen: Mehrwert, Unterhaltung, direkten Kontakt, authentische, glaubwürdige Inhalte… So weit - so theoretisch. Wie diese graue Theorie in bunter (zugegeben: manchmal etwas zu knallig bunter) Realität aussieht, ist auf einem recht vorbildlichen Corporate Portal zu sehen - dem der Handelskette Fressnapf nämlich.
Eigentlich vertreibt das Unternehmen nur Heimtierbedarf aller Art. Das sattgrün gehaltene Portal jedoch ist ein klar auf Beratung ausgerichtetes Kommunikationsinstrument - das nach eigenen Angaben schon 130 000 Mitglieder versammelt.
Wie solche Userzahlen zu erklären sind? Ganz einfach: mit dem Faktor Tier. Denn das Phänomen, dass sich viele Deutsche heutzutage tausendmal mehr um ihre gefiederten, schuppigen und plüschigen Schützlinge sorgen, als um ihre Mitmenschen, kann wohl jeder Tierarzt bestätigen. Da ist es nur nachvollziehbar, diesem Drang nach Kümmern-um-die-hilflose-Kreatur ein Ventil zu geben - und dies auch noch imageprägend für die eigene Marke zu nutzen. Wie das Unternehmen dies anstellt, ist jedoch tatsächlich beispielhaft: Neben direkter Kontaktmöglichkeit zu Fachexperten wie Tierärzten gibt es jede Menge Ratgeberinhalte für große und kleine Problemchen der Zielgruppe. Darüber hinaus erfreuen Spielereien wie virtuelle Markt-Führungen oder Fotogalerien die unterhaltungssuchenden Besucher. Die Menüführung ist intuitiv - und Partner werden durch Anzeigenpräsenz eingebunden. Direkter User-Dialog ist mittels Forum gegeben.
Natürlich ist auch ein solch umfassendes Portal noch ausbaufähig. Warum zum Beispiel nicht selbstgedrehte Videos der User mit ihren Viechern einbinden? Oder Experten direkt in den Chat holen?
Die Grenzen des Web 2.0 hat also auch Fressnapf noch lange nicht ausgelotet - aber immerhin schon mal ein Portal mit “Wau”-Effekt auf die Beine gestellt.
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