Streik 2.0
Oktober 2007 | Meinung von Joerg Petzold | Neue Artikel per Mail erhaltenWas macht man in diesen schweren Tagen, wenn man auf nasskalten Bahnsteigen sitzt und der nächste Zug in weite Ferne gerückt ist? Na, wer hockt, der bloggt!
Die Netzwelt hält da für jeden etwas bereit. Der solidarische Aktivist schaut sich auf trueten.de um, für Bahnkunden, denen es mehr um die sachdienlichen Hinweise geht, gibt es das BahnBlog, oder vielleicht die ganze Sache mit etwas mehr Humor? Dann Bahn-spass.de!
Aber warum schöpfen die beiden Streithähne die Möglichkeiten zeitgemäßer Kommunikation nicht besser aus? Ein Event-Blog von der Streikfront, ein Vodcast aus der Lok? Die offizielle Website der GDL hält sich mit offensiven Darstellungsformen dezent zurück (nebenbei: das Mitarbeitermagazin nennt sich VORAUS), postet aber immerhin in schöner Regelmäßigkeit Pressemitteilungen. Das biedere Layout spiegelt auch nicht unbedingt den momentanen Aktionismus wieder.
Die offizielle Website der deutschen Bahn ging übrigens gestern abend kurz down - zu viele Pendler wollten sichergehen, dass ihr morgiger Zug auch ganz bestimmt nicht fährt. Die DB hält zwar das Notwendigste an Informationen auf ihrer Website bereit (auch wurde ein Service für WAP-fähige Handys eingerichtet), aber wäre doch vielleicht gar nicht so schlecht, dort ein kleines Meinungsblog für Bahnkunden einzurichten? Zeit für’s Bloggen hätten sie ja momentan, die Kunden, auf nasskalten Bahnsteigkanten wartend…
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