Burgerradio
November 2007 | Meinung von Joerg Petzold | Neue Artikel per Mail erhalten
Was ein Kalauer, jaja. Trifft den Nagel aber auf den Kopf: Burger King und Radio Energy Sachsen üben den multimedialen Schulterschluss samt Radioshow, all-you-can-eat und angeschlossener Internetcommunity. Wahnsinn! Energy macht also vier Mal die Woche Live-Radio aus einem Fast-Food-Restaurant, die anwesenden Gäste können sich vor Ort die Bäuche vollhauen, ein bisschen Macht bei der Playlistgestaltung ausüben und sich möglichst ungeschönt fotografieren lassen um dann am nächsten Tag auf der Internetplattform friendsandfire festzustellen, dass es vielleicht doch ein Erdbeershake zuviel gewesen ist.
“Die neue multimediale Plattform fr Sachsen” besteht aus dem Internetportal friendsandfire, einer gleichnamigen Radioshow auf Radio Energy und den teilnehmenden Burger King Filialen in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Zwickau. Das alles soll sich im besten Fall so verzahnen, dass der Hörer von Energy gleichzeitig der beste Kunde von Burger King wird und umgekehrt.
Crossmedia, völlig mit dem Strich gebürstet und perfekt auf die Zielgruppe zugeschnitten. Charts-Musik, Fast Food, Flirt-Chats, Social-Networking - komplett sinnfrei, inhaltslos und themenleer. Über was sich die über 6.000 registrierten Mitglieder der so genannten Community unterhalten? Es war leider ob der gravierenden Verletzungen in Orthografie und Grammatik sowie dem inflationären Gebrauch von Emoticons und Smilies nicht herauszufiltern. Cui bono also?
Nun, Burger King wird paar Fritten mehr ins Ölbad schmeißen müssen, Radio Energy kann sich die Nähe zum Hörer noch etwas breiter auf die Fahne schreiben und die Community bleibt weitestgehend sich selbst überlassen. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.
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