Riechproben aus dem Monitor
Juni 2010 | Meinung von Tom Schoener | Neue Artikel per Mail erhaltenDas World Wide Web hat ja mittlerweile alle Gebiete auf diesem Planeten erobert. Alle? Ein kleines gallisches… Moment, falsche Geschichte. Also noch einmal von vorn. Das Internet, ein Tummelplatz für alle und jeden. Logisch, dass man als Unternehmen da unbedingt in irgendeiner Form präsent sein möchte. Was macht man aber, wenn man als Kosmetik-Konzern sein neuestes Parfüm promoten will? Schließlich ist die Datenautobahn bislang nicht dafür bekannt, des Menschen olfaktorische Wahrnehmung zu bedienen.
Unglaubliche Geschichte hierzu aus Brasilien. Das Kosmetik-Unternehmen Natura hat die brasilianische Werbeagentur ID\TBWA damit beauftragt, sich dieser Frage anzunehmen und eine Online-Kampagne für das erfolgreichste Herren-Parfüm des Landes, “Kaiak”, zu entwickeln, so dass die Menschheit auch auf diesem Weg über die veränderte Zusammensetzung Kunde erhält.
Die Herangehensweise von ID\TBWA kann man nicht anders als ungemein originell bezeichnen: Die Werbeprofis entwarfen erst einmal ein klassisches Internet-Banner, auf dem folgender Text zu lesen ist: “Der meistgekaufte Herren-Duft des Landes wurde verändert. Möchten Sie ihn testen. Dann klicken Sie hierzu diesen Banner. Er ist parfümiert”. Des Weiteren wurden Kooperationen mit Internet-Cafés geschlossen, an deren Monitore ein spezieller Drucker angebracht wurde, aus denen dann die Duftstreifen herauskommen, wenn man den Banner anklickt.
Schöne Idee und eine Klickrate von 17 Prozent (43mal mehr als der weltweite Durchschnitt) verdeutlicht den Erfolg der Kampagne. Und wenn das so weiter geht mit diesem Internet und nun auch der Geruchssinn des Menschen bedient wird, na dann wird demnächst wohl auch das letzte gallische Dorf…
via basicthinking
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