Hamburger Zukunftsmusik
Juni 2009 | Meinung von Anja Rettmann | Neue Artikel per Mail erhaltenEs sind noch drei Jahre. Kein Zeit-Pappenstiel also bis sich in Hamburg das Who is who der wahrscheinlich feingeistigen Musikbranche treffen wird, Politikergrößen aus allen Ecken der Republik dazustoßen werden, um der sicherlich als “Event of the beginning Millenium” auserkorenen Zelebrierungsveranstaltung beizuwohnen, und der Hansebürgermeister, der Ole oder wer dann auch immer, stolz wie Oskar ein rotes Bändchen zerschneidet oder eine Flasche Champus an die Fassade schmettert. Aber es sind halt noch drei Jahre, bis die Elbphilharmonie öffnet. Was ist kommunikatorisch, presse- und marketingtechnisch also zu tun, um nicht nur purer Vorfreude auf ein mögliches Hör- und Seherlebnis, sondern exorbitanter Anspannung auf eben jenes Bauwunderwerk den Weg zu ebnen? Richtig: eine excellente Website bauen.
Aber nicht nur auf den wirklich ansehnlichen, informativen und umfassenden Internet-Auftritt sollte sich Ihr Auge, lieber Lounge-Leser, richten. Einen unbedingten Besuch ist die virtuelle Entdeckungsreise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Gigantenprojekts wert. Per Zeitleiste kann sich in vergangene und zukünftige Geschehnisse gebeamt werden: zum Kaiserspeicher als städtisches Wahrzeichen im Jahr 1875 und den verschiedenen Stationen der Geschichte jenes legendären Ortes im Hamburger Hafen, zu den ersten Plänen der Elbphilharmonie sowie zum magischen Zeitpunkt ihrer Eröffnung im Jahr 2012. Bild- und inhaltlich vorbildlich aufbereitetes Material zum Gucken, Lesen und Staunen wird geboten. Der Clou steckt, das war schon bei Michael J. Fox nicht anders, in der Zukunft: Nach dem durch eine Flashanimation möglichen Rundgang durch Foyer, Plaza und natürlich beeindruckenden Konzertsaal der Elbphilharmonie wird nicht nur der Liebhaber klassischer Musik-Hochkultur sein E-Mail-Programm öffnen, um flink Tickets für 2012 zu ordern.
Bis zur Ouvertüre und dem Grand Opening ziehen noch viele Wochen ins Land und der Mozart-Freund wird noch so manchen Rotwein allein bei Plattenbeschallung genießen werden müssen, statt sinfonische Klangfarben in jener fulminanten Kulisse erleben zu können. Die Flash-Fahrt durchs künftige Musik-Mekka bietet zur Zeitüberbrückung jedoch alles, was ein adäquater Blick in die Zukunft so braucht. Gut, eines fehlt: die Hinterlegung des Ganzen mit passender Musi. Wie wäre es etwa mit “O Fortuna”? Ansonst jedoch: Alle Daumen nach oben, in Richtung Norden sozusagen.
(Bildquelle: Screenshot Homepage Elbphilharmonie)


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